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Multiple Sklerose

Ratgeber für MS-Kranke

Diagnose MS

Will der behandelnde Arzt feststellen, ob bei einem Patient eine Multiple Sklerose vorliegt, oder ob etwaige Symptome wie Doppeltsehen, Blasenfunktionsstörungen etc. in einem anderen Zusammenhang stehen, sind umfassende diagnostische Verfahren notwendig. Zu diesen gehören neben der ausführlichen Anamnese (Erhebung der Krankheitsvorgeschichte) auch eine klinische, eine elektrophysiologische sowie eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanz-Tomographie). Auch die Entnahme von Liquor (Nervenwasser) und Blut ist ein notwendiges Prozedere, um eine Entzündung des ZNS festzustellen.


Hat die Anamnese, die zur Bestimmung früherer potentieller MS-Symptome unbedingt notwendig ist, den Krankheitsverdacht erhärtet, werden in klinischen Tests die Sehfunktion, Reflexe und Motorik des Patienten überprüft. So kann festgestellt werden, wie stark die einzelnen neurologischen Funktionen beeinträchtigt sind. Werden hierbei sämtliche Funktionseinschränkungen genau berücksichtigt, lässt sich aus dem so entstehenden Gesamtbild eruieren, welche Hirnregionen besonders angegriffen sind. Zusätzliche elektrophysiologische Kontrollen, bei denen u. a. die Empfindungsfähigkeit der Extremitäten (Arme und Beine) überprüft wird, ermöglichen es, die Leitfähigkeit der Nerven festzustellen. Um andere Erkrankungen auszuschließen, ist dies ein notwendiges Verfahren.

Auch die Magnetresonanz-Tomographie, ein computergestütztes, bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von Gehirn und Rückenmark, ist eine ganz wesentliche diagnostische Methode. Abhängig von der jeweiligen Aufnahmetechnik können mit dieser Veränderungen des ZNS sichtbar gemacht werden. Diese variieren aufgrund der unterschiedlichen Krankheitssymptome bei jedem Patienten individuell. Die zusätzliche Gabe eines Kontrastmittels gewährleistet außerdem, dass etwaige Läsionen erkannt werden können. Wird dabei in bereits bestehenden Entzündungsherden kein Kontrastmittel gefunden, so sind diese zum Untersuchungszeitpunkt inaktiv. Der große Vorteil dieses bildgebenden Verfahrens, für das zumeist nicht mehr als 30 Minuten benötigt werden, ist, dass die Patienten hier keinerlei Strahlungen ausgesetzt werden. Dennoch ist es aber nicht für alle Betroffenen geeignet: Aufgrund des entstehenden magnetischen Felds ist die MRT-Untersuchung z. B. für Menschen, die einen Herzschrittmacher tragen, ungeeignet.

Um eine Entzündung des ZNS festzustellen, ist auch eine Untersuchung des Liquors (Nervenwassers), das Gehirn und Rückenmark umgibt, notwendig. Im Rahmen einer sog. Lumbalpunktion wird hierfür der Rückenmarkskanal punktiert, indem eine dünne Kanüle zwischen zwei Lendenwirbel des Patienten hindurchgeführt und Nervenwasser entnommen wird. Die für die MS-Diagnose entscheidenden Parameter der sich auf wenige Milliliter beschränkenden Laborprobe sind zum einen die Zahl der Entzündungszellen und zum anderen die im ZNS gebildeten Antikörper. Sind beide Parameter entsprechend verschoben, liegt eine MS-Erkrankung vor. Eine zusätzliche Blutprobe, die ebenfalls im Labor eingehend untersucht wird, ermöglicht hierbei außerdem, andere Erkrankungen auszuschließen. Bei beiden Tests handelt es sich um Routineverfahren. (msf)

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    Den Einsatz bewährter MS-Medikamente zu optimieren ist ein aktuelles Forschungsziel. Bochumer Neurologen aus der Arbeitsgruppe von PD Dr. Andrew Chan (RUB-Klinik für Neurologie, St. Josef Hospital, Direktor: Prof. Dr. Ralf Gold) verfolgen dabei einen pharmakogenetischen Ansatz.